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4. Finanzierung bei Existenzgründung – Drei Wege zu einer soliden Finanzierung

by michel

Ein guter Businessplan gibt Auskunft über den Finanzbedarf

Die Finanzierung bei Existenzgründung ist einer der wichtigsten Punkte bei der Planung einer Selbständigkeit. Sein eigener Chef zu sein bedeutet, einen Plan zu entwickeln, der die Existenzgründung finanziell absichert. Hierzu zählt nicht allein der Kapitalbedarf für den laufenden Betrieb, sondern auch die Deckung der Lebenshaltungkosten. Mit der Esistenzgründung muss später so viel erwirtschaftet werden, dass der private Finanzbedarf gesichert ist.

Eine Aufgabe des Existenzgründers ist es, Investitionsbedarf und Finanzierungsplan aufeinander abzustimmen. Für die Finanzierung bei Existenzgründung stehen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern drei Wege offen. Hierbei gilt es nicht, sich für einen der drei Wege zu entscheiden. Eine solide Finanzierung bei Existenzgründung basiert auf einem Mix, der aus eigenen und fremden Mitteln besteht, aber auch die diversen Fördermöglichkeiten bei einer Existenzgründung berücksichtigt.

Hat der Existenzgründer einen fundierten Businessplan erstellt, weiß er, mit welchem Finanzbedarf sein Unternehmen in den nächsten Jahren rechnen muss. Diese Information bildet für ihn die Grundlage Investitionsbedarf und Finanzierungsplan aufeinander abzustimmen.

Wie wichtig ist das eigene Kapital für den Existenzgründer?

Eine Faustregel, wie viel Geld der Existenzgründer aus eigener Tasche verwenden sollte, gibt es für die Finanzierung bei Existenzgründung nicht. Dennoch gilt, dass ein guter Eigenkapitalstock dem Unternehmer mehr Sicherheit gibt, um den ermittelten Startkapitalbedarf zu decken.

Entwickelt sich der Markt nicht so, wie angenommen, können kleinere Liquiditätsschwierigkeiten die Entscheidungen des Businessplanes schnell durcheinander werfen. Verfügt der Unternehmer über ausreichend Eigenkapital kann er diese Probleme klein halten. Zusätzlich macht das Eigenkapital den Existenzgründer unabhängig und verbessert seine Chancen, leichter an einen Fremdkredit zu kommen.

Stellen die Bank oder ein anderer Kreditgeber fest, dass der Unternehmer über eine gute Bonität verfügt, sind sie schneller zu Kreditgesprächen bereit.

Um die Finanzierung bei Existenzgründung durch eigene Mittel abzusichern, kann der Existenzgründer – wenn es sich um kleinere Summen handelt – möglicherweise an Freunde und Verwandte herantreten. Investitionsbedarf und Finanzierungsplan können aber auch mit Unterstützung von Rücklagen in Einklang gebracht werden.

Was muss der Existenzgründer bei einer Kreditaufnahme bedenken?

Um eine solide Finanzierung bei Existenzgründung auf die Beine zu stellen, kommt der Existenzgründer nicht umhin, sich Geld von außen zu beschaffen. Je nachdem, welches Ziel der Gründer mit seinem Unternehmen verfolgt, ist er auf Investitionen in Büroausstattung, Ladenlokal, Fahrzeuge, Maschinen oder zusätzliches Personal angewiesen.

Der erste Weg, um Investitionsbedarf und Finanzierungsplan ins Gleichgewicht zu bringen, führt den Existenzgründer zu seiner Hausbank. Gibt es diese noch nicht, sollte der Existenzgründer mehrere Banken und Sparkassen in die engere Wahl nehmen und deren Konditionen prüfen. Als Sicherheit für den Kredit kann das vorhandene Eigenkapital oder ein überzeugendes Unternehmenskonzept dienen.

Die Bank stellt dem Existenzgründer zwei verschiedene Möglichkeiten der Kreditaufnahme zur Verfügung. Geht es nur um einen kurzfristigen Kredit – die Laufzeit beträgt längstens zwölf Monate – kommt ein Kontokorrentkredit in Betracht. Hiermit kann der Gründer beispielsweise fällig gewordene Rechnungen bezahlen. Plant er dagegen größere Investitionen – z.B. die Anschaffung einer Maschine – wird die Bank ihm einen Investitionskredit anbieten.

Die Investition kann auch in dem Kauf eines Grundstücks oder eines Gebäudes liegen. Im Allgemeinen wird ein Investitionskredit für alles verwandt, was zu dem Anlagevermögen eines Unternehmers gehört. Die Laufzeit des Kredits richtet sich nach der Höhe der aufgenommenen Summe und den Rückzahlungsmodalitäten. Hier bietet es sich an, die Tilgung des Kredits so weit wie möglich hinauszustrecken, um die eigene Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Decken die Umsätze alle anderen Unkosten ab, kann mit der Tilgung des Kredits begonnen werden.

Werden die Sicherheiten von den ausgewählten Kreditinstituten nicht anerkannt, kann zur Finanzierung bei Existenzgründung ein privates Darlehen oder eine Bürgschaft weiterhelfen.

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Welche Fördermöglichkeiten bestehen für Existenzgründer?

Eine sich langsam expandierende Form um die Finanzierung bei Existenzgründung sicherzustellen, ist das Crowdfunding. Um Investitionsbedarf und Finanzierungsplan in Einklang zu bringen, versuchen junge Unternehmer und Start-ups private Geldgeber von Ihrer Idee zu überzeugen. Die Möglichkeit hierzu bietet sich auf diversen Crowdfunding-Plattformen, wo die Gründer die Idee vorstellen. Wird ein potenzieller Kapitalgeber angesprochen und investiert in die Idee, wird die Crowdfunding-Plattform mit zehn Prozent an der Finanzierungssumme beteiligt.

Über diese Möglichkeit der Unterstützung einer Finanzierung bei Existenzgründung hinaus wurden von staatlicher Seite viele Förderprogramme entwickelt. Die Unterstützung kann der Existenzgründer beim Bund oder bei den einzelnen Ländern beantragen. Nachfolgend werden einige Fördermöglichkeiten zur Existenzgründung vorgestellt.

Der ERP-Gründerkredit-Startgeld ist für kleinere und größere Investitionen gedacht. Von der finanziellen Unterstützung profitiert auch der Gründer, der sein Unternehmen zum Nebenerwerb betreibt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Existenzgründung in einigen Jahren die Haupteinnahmequelle des Unternehmers ist. Ist der Gründer mit einer Unternehmensidee gescheitert, kann er auch von dieser Form der Förderung profitieren, wenn er nicht aufgibt und es noch mal versucht.

Für die Beantragung dieses Kredits darf das Unternehmen nicht älter als fünf Jahre sein. Die höchste Förderungssumme beträgt 100.000 Euro. Muss der Existenzgründer für sein Unternehmen mehr aufbringen, kommt eine andere Förderung in Betracht. Als Sicherheit verlangt der Geldgeber eines ERP-Gründerkredits Eigenkapital und die banküblichen Sicherheiten. Hierzu zählen z.B. Hypotheken und Lebensversicherungen.

Die Finanzierung bei Existenzgründung lässt sich auch mit einem ERP-Gründerkredit – Universell sicherstellen. Im Gegensatz zum ERP-Gründerkredit-Startgeld beläuft sich die Höchstsumme hier auf 25 Millionen Euro für jedes Vorhaben. Als Sicherheiten dienen auch hier Hypotheken und Lebensversicherungen oder andere bankübliche Sicherheiten.

Ist die Unternehmensgründung technologieorientiert, kommt auch eine Unterstützung der Existenzgründung aus der Wissenschaft in Betracht. Das Bundesministerium für Wirtschaft greift jungen Gründern mit einem EXIST-Gründerstipendium unter die Arme. Die unterstützten Unternehmer sind Hochschulabsolventen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Gefördert werden insbesondere Gründerteams, die aus nicht mehr als drei Personen bestehen. Die Förderung umfasst nicht nur das Stipendium, sondern auch einen Kinderzuschlag. Etwaige Coachingkosten und andere Sachausgaben werden von dem Unterstützer erstattet.

Zahlreiche weitere Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützung durch die Kfw sowie einen Produktfinder, der durch ein Auswahlmenü für Sie eventuell passende Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützung anbietet, finden Sie unter www.kfw.de .

Wenn Sie für die Finanzierung Ihrer Unternehmensidee einen herkömmlichen Kredit nutzen möchten, ist der Vergleichsrechner von Check24 für Sie sinnvoll. Vergleichen Sie aus vielen Angeboten der unterschiedlichen Banken die für Sie in Frage kommende Finanzierung abhängig von der Kreditsumme und den monatlichen Raten. 

 

 

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.  Die Themen wurden bei Erstellung ausführlich recherchiert, bilden aber unsere persönliche Meinung ab und sollen einen Überblick über das jeweilige Thema bieten. Da sich die Voraussetzungen fortlaufend ändern und für jedes Unternehmen besondere Voraussetzungen gelten können, dienen diese Beiträge einem ersten Überblick. Alle Angaben und Inhalte gelten daher ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit und ohne Haftungsanspruch.  Für eine adäquate Beratung hinsichtlich Ihres Unternehmens wenden Sie sich bitte an eine themenspezifische Beratungsstelle in Ihrer Nähe wie der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) oder einen Steuerberater Ihrer Wahl.

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